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Bau der ersten Mühle und Festlegung des Mahlzwanges

Vermutlich um 1300 wurde hier im Mortelgrund erstmals eine Mühle erbaut. Seit dem 14. Jhd. gehörte die Mortelmühle zum Besitz der Herrschaft von Schönberg auf Sayda und Purschenstein. Im Innungsbrief der Saydaer Bäcker von 1443 wurde durch die Herrschaft festgelegt, dass Alle die im Umkreis einer Meile wohnten, nur hier in der "Mortelmohl" ihr Mehl mahlen durften.

Bedeutendste herrschaftliche Mahlmühle im "Schönbergschen Ländel"

Im 16. Jhd. hatte die Mortelmühle bis zu sechs Mahlgänge und wurde schon aus zwei Tälern über künstliche Mühlgräben mit Aufschlagwasser versorgt. Sie war die bedeutendste herrschaftliche Mahlmühle derer von Schönberg auf Purschenstein. Über 400 Jahre war sie im Besitz der Schönbergs. Im Jahre 1784 verkauft Adam Rudolph von Schönberg die Mortelmühle an J.C. Eilenberger aus Randeck.

Umbau zur Brettmühle mit größtem Mühlrad in Deutschland

Um 1800 wurde die Mortelmühle zu einer Brettmühle umgebaut und erhielt ihr heutiges Aussehen. Später beherbergte sie auch eine Tischlerei und Drechselwerkstatt. Bis 1910 war hier, mit einem Durchmesser von ca. 10 Metern, eines der größten Mühlräder in Deutschland in Betrieb. Danach wurde noch bis 1966 mit einer Francisturbine Strom erzeugt. 

Schankwirtschaft und Sommerfrische

Spätestens 1875 wurde hier eine Schankwirtschaft eingerichtet. Im letzten Jahrhundert entwickelte sich die Mortelmühle zu einer der beliebtesten Ausflugsgaststätte, Sommerfrische und Pension im Saydaer Bergland.

Verfall und Neuanfang

Aufgrund der poliisch-ökonomischen Situation in der DDR wurden seit den siebziger Jahren keine Investitionen mehr vorgenommen. Seit 1988 stand die Mortelmühle leer und verfiel. 1999 erwarb Toralf Richter die Ruine der Mortelmühle. Im Jahre 2000 wurde der "Förderverein Mortelmühle e.V." gegründet. (Dieser Verein wurde 2005 in "Heimatverein Mortelgrund - Alte Salzstraße e.V." umbenannt.) Mit der Gebäudesicherung wurde inzwischen begonnen. Seit 2007 ist eine Wohnung und der alte Gastraum wieder provisiorisch nutzbar.